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Wie entstehen limitierende Glaubenssätze - eine Geschichte aus meiner Kindheit

Dieser Satz hat vor ein paar Tagen im Facebook meinen Weg gestreift und etwas in mir zum Klingen gebracht. Immer wieder tauchten diese Worte vor meinem geistigen Auge auf. Schliesslich hat dieser Satz mich zu diesem Blogpost inspiriert.
 
Wer bin ich, wenn niemand zusieht?
.
Wer schaut mich aus den Augen meines Spiegelbildes an?
.
Wer ist das wirklich wirklich?

 

 
Diese und ähnliche Fragen ploppten (ebenfalls vor ein paar Tagen) ganz unerwartet in meiner letzten Kinesiologie-Sitzung auf, als meine Naturheilpraktikerin mich fragte:“Was war da als du 6 Jahre alt warst? Kannst du dich an ein Ereignis erinnern, dass dich geprägt hat? Da muss etwas gewesen sein.“
Ich überlegte kurz, was da gewesen sein könnte. Ein Umzug? Ein anderes für mich einschneidendes Ereignis im familiären Umfeld? Ein Unfall? Ein Todesfall? … Da plötzlich tauchte in mir ein Bild, ja mehr ein Gefühl aus meiner Kindheit auf. Ich erinnerte mich:

 

Ich kam damals von meiner "heilen Welt" aus der Familie, meinem gewohnten und beschützten Umfeld, in den Kindergarten. Ich traf dort auf andere Kinder, auf Erwachsene. Hatte meine ersten Erfahrungen in einem mir neuen, fremden Umfeld und war allein auf mich gestellt. Das ist weiter nichts aussergewöhnliches, ich weiss.
Ich war ein wildes, fröhliches Mädchen. Ohne Scheu ging ich offen auf andere zu. Am liebsten spielte ich mit Jungs. Die liebten es nämlich auch, draussen herum zu rennen, Fangen, Verstecken oder Fussball zu spielen, auf Bäume zu klettern, Unfug anzustellen… ihr wisst schon ;).. Puppen, Prinzessinnen, schöne Kleidchen und Mama’s Schuhe waren gar nicht mein Ding. Ich war anders, als die meisten Mädchen.
 
Nicht allen gefiel meine herausfordernde Art. Ich erntete Kritik und oft handelte ich mir Streit und Auseinandersetzungen mit anderen Kindern ein, weil ich direkt aussprach, was ich dachte. Ich machte die Erfahrung, dass ich mit meinem Naturell oft aneckte. Ich lernte, dass ich so, wie ich bin, für viele nicht OK war. Ich erfuhr Ausgrenzung und Intrigen. Ich fühlte mich oft nicht verstanden.
 
Diese Ereignisse waren prägend und sie waren die Geburtsstunde meiner späteren inneren Überzeugung:
“So, wie ich bin, werde ich nicht geliebt. So, wie ich bin, bin ich nicht in Ordnung. So, wie ich bin, handle ich mir Ärger ein.

 

Über die Jahre hinweg gewöhnte ich mir an, mich anzupassen und Dinge zu tun, die von mir verlangt wurden resp. die den anderen gefielen. Ich erhielt den Eindruck, dass ich nur so Liebe (durch Lob) erfuhr und ich es im Leben leichter habe, mein wahres Wesen zu unterdrücken. All dies geschah natürlich unbewusst, jedoch nicht minder kraftvoll.
In dieser Kinesiologie-Sitzung vor ein paar Tagen, durchlebte ich nochmals ein déjà-vu und mir wurde bewusst, dass diese Programmierung aus jüngster Kindheit, diese Prägung des Angepasst-sein, sich wie ein roter Faden durch viele Jahre meines Lebens zog. z.B. lernte ich ein Musikinstrument, das meinen Eltern gefiel. Ich ging zur Freude meiner Mutter in den Ballettunterricht. Ich lernte einen Beruf, der in der Gesellschaft ein gutes Ansehen hatte. Zur Diplomfeier liess ich mich als 20jährige, dem Frieden zu Liebe, in ein lachsfarbenes Ensemble mit Goldknöpfen, rosa Strümpfen, rosa Lackschuhen und rosa Haarmasche einkleiden. (meine Mutter schwärmt heute noch, dass ich die schönste Diplomandin war… Hauptsache ihr hat es gefallen. Was ich darüber dachte, war ihr in diesem Moment nicht wichtig)
… und rund zwei Jahrzehnte später, während der 2. Pubertät (ca. ab 35jährig) begannen die ehemaligen Schutzmauern der Anpassung rund um mich zu bröckeln und die wilde, abenteuerlustige, eigenwillige Sabrina begann mehr und mehr zum Vorschein zu kommen. Bildlich gesprochen nahm ich sogar den Vorschlaghammer selbst in die Hand und begann die Mauern aktiv einzuschlagen, indem ich mich auf die Suche nach mir selbst machte.
Neugierig und wissensdurstig wandte ich mich der Spiritualität zu und verschlang viele Bücher, besuchte Seminare, Workshops und Ausbildungen, um Antworten auf meine Fragen zu finden. Fragen wie:“Wer bin ich wirklich? —> Wer bin ich, wenn niemand zusieht?“
…. Schritt für Schritt komm ich meinem wahren Selbst näher und näher; und was ich da wieder entdecke gefällt mir sehr. 🙂
 
Eines meiner Lebensziele: Immer, überall und in jeder Situation wahrhaftig zu mir selbst zu stehen und immer und überall so zu sein, als ob niemand zu schaut!
 
Und du?
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Wer bist du, wenn niemand zusieht?
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Gehörst auch du zu den vielen Menschen mit einem angepassten Selbst oder bist du immer und überall dein wahres Du, dass sich so zeigt, als ob niemand zusieht?
 
Lass dir diese Frage mal durch dein Herz gehen.
Ich wünsch dir viel Freude beim Entdecken und Erforschen von dir selbst, einem wunderschönen und einzigartigen Lebewesen.
Herzlich grüsst           Sabrina
 

Ich freu mich immer auf einen Kommentar oder deine private Nachricht !

 

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Kommentare: 1
  • #1

    spirituelle-therapien (Sonntag, 18 Juni 2017 13:58)

    Liebe Sabrina,
    danke für das teilen deiner Erfahrungen und gedanken. Ich habe mich angesprochen gefühlt, weil ich ähnliches erlebt habe. als ich den glaubenssatz las, ging mir ein bisschen die kehle zu, ja, das habe ich wohl auch.. Das ist nun eine Anregung, die ich sehr gern annehme, wieder wirklich die zu sein, die ich bin, und mich dafür voll und ganz zu lieben. Herzlichen Danke und alles liebe dir! Bettina