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  • AutorenbildSabrina

Persönliche Gedanken zum Schulanfang

Aktualisiert: 5. Sept. 2023

Heute ist vielerorts Schulbeginn. Viele Kinder haben heute ihren ersten Schultag. Und ich erinnere mich an den ersten Schultag meiner Tochter… viele Hoffnungen, Erwartungen, Vorfreude pur, grosse Neugier, Aufregung und vollstes Vertrauen in Lehrpersonen, Pädagogen, Rektoren…


… und ich erinnere mich auch, dass mein Kind als 2. Klässlerin mich bereits fragte:”Mama, warum muss ich in die Schule? Ich will da nicht hin. Ich will nicht rechnen lernen.” Meine Antwort damals:”Du musst in die Schule. Dort lernst du schreiben und lesen und viel fürs Leben. Alle Kinder gehen in die Schule. Was bloss würdest du nur den ganzen Tag zu Hause machen. Du würdest dich bloss langweilen.” (… und unter uns gesagt - brauchte ich insgeheim dringend Erholungsphasen für mich, denn lebendige Kinder fordern heraus, rund um die Uhr, triggern oft die eigenen Unsicherheiten und ungelösten Themen und spiegeln einem die eigenen Schatten. Die Konfrontation mit sich selbst, bringt einem echt an seine Grenzen - und ich war damals als junge Mutter voll von ungelösten Schattenthemen, hatte viele Zweifel, spürte oft Ohnmacht und besass wenig Selbstvertrauen.)


Mein Mädchen interessierte sich schon sehr bald nicht mehr wirklich für den Schulunterricht, der angeboten wurde. Jedoch kam sie nach Hause und fragte mich, warum sich Menschen bekriegen und sich töten und ob man dies nicht beenden könne? Sie war erst 8jährig und schon so weise, feinfühlig und empathisch. (Linie 4/6, offenes Emo)

Damals 2001/2002 war der Golfkrieg gerade wieder entflammt und in den Zeitungsständer, die überall auf dem Gehsteig standen, versorgten sich die Kinder auf dem Schulweg mit den kostenlosen Nachrichten der Welt, sahen all die neusten Bilder der Greueltaten und übten ihre Lesefortschritte an den Schlagzeilen des Tages.

DAS war es, was mein Mädchen beschäftigte und sie oftmals nicht einschlafen liess. Das gelebte Leben interessierte sie, das was aktuell auf der Welt passiert - nicht die Theorie und die Hausaufgaben der Schule.


Ich erinnere mich auch zurück an die frühmorgendlichen Kämpfe, bis die Kinder dann mal auf dem Schulweg waren. All diese Zwänge, dieser Druck, den die Kinder tagtäglich über Jahre erleben. Aus dem Schlaf gerissen zu werden und bereits in den frühen Morgenstunden schon funktionieren zu müssen und getaktet in den Tag zu starten, vorwärts zu machen, damit sie nicht zu spät zum Unterricht kommen (zu dem sie niemand gefragt hat, ob sie ihn besuchen wollen) … purer Stress war das - viele Jahre - für mich, für die Kinder… und ich war nicht alleine damit. Alle hatten diesen Kampf morgens. Alle sassen wir im gleichen Boot, diese Maschinerie zu bedienen und in Schwung zu halten.


Wie verrückt ist das denn? Wer hat das bloss festgelegt frag ich mich… unser Schulsystem ist in Wahrheit überhaupt nicht kindsgerecht. Kinder sind so individuell und einzigartig. So individuell in den Bedürfnissen, Interessen, Entwicklungstempi, Veranlagung, Sichtweise, Motivation, Ausrichtung…


Wäre die Schule ein Ort der Freude, wo Kinder gerne hingehen würden, dann wären die ersten Gedanken nach dem wach werden, dass sie sich sofort anziehen wollen, um sich auf den Weg dahin zu machen…. so wie unsere Enkelin Emilia, die kurz nach dem wach werden schon fragt:”Gehen wir auf den Spielplatz?” Sie möchte sich bewegen, spielerisch erkunden, Neues ausprobieren und dabei ganz nebenbei als 'Beiprodukt' wie automatisch dazu lernen und sich entwickeln.


Heute sind meine Gedanken besonders bei all den Kindern, die mit leuchtenden Augen und ihren stolzen Eltern an den ersten Schultag gehen… voller Hoffnungen, Vorfreude und Neugier. Ich wünsch mir so sehr, dass diese Kinderaugen ihren Glanz behalten können - bis sie Erwachsene sind. Dass ihr Leuchten nicht erlischt. Wünsch mir so sehr, dass die Schule ein Ort der Freude, des Spiels, des Entdeckens, des Enthusiasmus, der Begeisterung und der echten Verbundenheit ist - lernen passiert dann ganz natürlich.


Ich habe besonders heute eine grosse Bitte an alle Erwachsenen, die mit Schulkindern involviert sind (Eltern, Grosseltern, Patentanten, Patenonkel, Pädagogen, etc.) - BITTE SORGT DAFÜR, dass die Kinder in einem Umfeld - und dazu gehört auch die Schule - aufwachsen, in welchem sie ihr Leuchten in den Augen nicht verlieren, dass ihr Lebensfeuer nicht erlöscht, ihre Neugier nicht versiegt und DASS IHRE BEGEISTERUNG NIEMALS STIRBT!

DAS sind alles Dinge, die zu einer glücklichen erfüllten Kindheit gehören - nicht gute Noten und irgendwelche Auszeichnungen!


Bitte, sorge dafür... und wenn du das Leuchten in den Augen deines Kindes erlöschen siehst, dann gehört es zu deiner Aufgabe, ALLES zu tun, was in deiner Macht steht, damit dieses Leuchten wieder stärker wird!!! Ganz egal, welche Veränderungen dies mit sich zieht!!!!


L🔥VE Sabrina



P.S. Lerne dein Kind besser kennen und erfahre, was für dein Kind besonders wichtig ist - durch Human Design, der Pflegeanleitung für die Menschen. Vieles wird klarer und einfacher. Erhalte mehr Verständnis für die Einzigartigkeit deines Kindes durch ein Human Design Reading BABY oder KIND.

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